Aktion "Schülerradio"

 

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Was macht ein Politiker im Religionsunterricht?

Nun, eines kann ich schon vorausschicken: Gelernt haben sie bestimmt, die drei Villacher Stadtpolitiker, in der Religionsstunde der 8 D des Peraugymnasiums, wenn sie auch nicht in der Schülerbank gesessen sind, sondern am Lehrertisch. Denn die Fragen, die von den Schülern und Schülerinnen kamen, stellen Journalisten normalerweise nicht. Aber Bürgermeister Manzenreiter, Stadtrat Weidinger und Stadträtin Rettl haben sich tapfer allen Fragen gestellt und auch einander manches Match geliefert.
Viel Verwunderung hat es auch von Seiten der Direktion und der Kollegenschaft gegeben, dass sich die drei einen Montag Vormittag Zeit nahmen, mit Jugendlichen ins Gespräch zu kommen, und das eine Woche vor der Wahl. Und es wurde ein intensives Gespräch, das die Jugendlichen vieles in der Stadtpolitik neu und anders sehen ließ, aber auch den Politikern einen Einblick in das Denken von Maturanten gab.

Eine Zusammenfassung der Begegnung war im Schülerradio auf Radio Agora zu hören. Wir werden diese Sendung auch auf unsere Homepage stellen. Jeden zweiten Dienstag wird das Schülerradio um 19 Uhr auf 105,5 MHZ aus dem Religionsunterricht gesendet. Daran arbeitet ein Team aus 10 ReligionslehrerInnen und Jugendleiterinnen aus ganz Kärnten mit Schulklassen und Jugendgruppen während der nächsten Jahre. Dieses Team wurde ausgestattet mit modernen digitalen Aufnahmegeräten und bekam eine eigene Einschulung in Grundbegriffe des Journalismus, der Aufnahme- und Schnitttechnik, der Interviewführung sowie des Mediums Radio. Dazu ist Roberto Talotta nach Villach gekommen.

Das ist ein Beitrag zur Mitgestaltung der Gesellschaft und des öffentlichen Bildes der Kirche, da viele Menschen die Kirche ja nur aus den Medien kennen. Der Religionsunterricht ist eine der wichtigsten und kreativsten Kräfte der Kirche, und er erreicht die allermeisten Menschen. Zugleich ist es eine Art von Unterricht, die sich nicht nur auf Dozieren und Eintrainieren von Lehrstoff beschränken kann, sondern die junge Menschen zu überzeugen versucht. Entwicklungsfragen Jugendlicher, gesellschaftliche Themen, andere Religionen oder auch das Glaubensverständnis unseres eigenen christlichen Glaubens werden im Dialog entwickelt. Mag. Daniela Masaniger-Metelko hat das anschaulich dargelegt bei ihrem Vortrag am 11. März, im Rahmen der Vortragsreihe „Wohin der Zug fährt“ des Katholischen Akademikerverbandes Villach.

Darüber hinaus dokumentiert der Politikerbesuch im Religionsunterricht: Die Kirche ist offen für die Welt und für die Fragen der Zeit. Sie lässt sich auf Diskussionen ein und setzt Initiativen für Jugendliche und für die Stadt. Es geht uns um Einsicht und um Begegnung. Und es geht uns ums Mitgestalten – und ums Hören.

Peter Deibler