PÄDAGOGISCHE WERKSTÄTTE  am 30. März und 14. April 2007
Thema: JESUS CHRISTUS – Begegnungen mit dem Auferstandenen

Für die Pädagogische Werkstätte im Sommersemester 2007 haben wir ein neues Thema gewählt: Jesus Christus – Begegnungen mit dem Auferstandenen.
In Teamarbeit mit den Professoren der theologischen Fächer, der Fachdidaktik und mit den Professorinnen der VS und HS Didaktik, der Unterrichtswissenschaft, der Schulpraktischen Studien, sowie mit den Besuchsschullehrerinnen und mit den Studierenden haben wir die „Pädagogische Allianz“ im Sommersemester weiter ausgebaut und gefestigt.
In der Begrüßung, am 14. April 2007 hat Frau Dir. Mag. Lieselotte Wolf die Vernetzung der Fächer, im Sinne des ganzheitlichen Lehrens und Lernens, im Hinblick auf die Hochschulwerdung als zukunftsweisend hervorgehoben.
Für die musikalische Einstimmung auf das Thema der Veranstaltung: JESUS CHRISTUS, sorgte Dipl. Päd. Waltraud Schifrer-Leopold mit dem Lied:

JESUS IS THE WAYMAKER, HE MADE A WAY FOR ME.
WHEN THE SUN REFUSED TO SHINE IN THIS SINFUL HEART OF MINE,
JESUS, HE MADE A WAY FOR ME.

Nach einer kurzen Einleitung von AL Mag. Liliane Hübl wurden die StudentInnen durch Referate der Professoren theologisch und fachdidaktisch in das Thema: Jesus Christus, eingeführt.

Dr. Peter Allmaier sprach in seinem Referat darüber, dass man im Bezug auf Jesus den Erwartungshorizont aus dem Alten Testament beleuchten soll, denn das ist der Verstehenshorizont. Man erwartet den Messias, der das Volk leitet. Jesus bringt das Reich Gottes und lebt den Begriff der Proexistenz. Jesus zeigt: Gott will nicht etwas von euch, er will etwas für euch. Er ist für euch da.
Gott ist nicht der abstrakte Schöpfer, sondern der Sich-Kümmernde. Liebe ist ein Sich-selbst-vergessen und geht schon ein bisschen in den Tod. Das ist das Vorbild des Menschen von Ostern her: Sterben ist ein Liebesakt hin zu Gott.

Msgr. OStR. Dr. Markus Mairitsch stellte am Beginn seines Vortrages die Frage: „Wer ist dieser Jesus eigentlich?“ Immerhin leiten wir Christen unseren Namen von Jesus Christus ab. In seinen Ausführungen beleuchtete er den historischen Jesus, der die Welt verändert hat. Der Erfolg und die Ausbreitung der christlichen Botschaft liegen in seiner Gestalt begründet. Auch das öffentliche Wirken und die Frage: „Warum sollen wir uns mit der Gestalt Jesu überhaupt befassen?“, waren Kernpunkte in den Ausführungen des Vortragenden. Jesus ist der Kern unseres Glaubens. Es ist wichtig, dass wir uns mit beschäftigen, weil er in uns heranwachsen soll/muss. Der Mensch ist der Tempel des Heiligen Geistes und er ist dazu aufgerufen, die Botschaft Jesu in sich aufzunehmen. Wir erkennen uns im Antlitz Jesu, aber auch in der Kreuzigung und im Tod Jesu. (Das Referat von Msgr. Dr. Markus Mairitsch erscheint in der Dokumentation über die Pädagogische Werkstätte)

Mag. Hans Oman betonte als Fachdidak-tiker, dass man im Religionsunterricht beim Thema Jesus Christus zwei Zugänge berück-sichtigen soll. Der erste Zugang ist natürlich die Heilige Schrift. Biblische Berichte sollen die Hauptrolle spielen. Für SchülerInnen  ab zwölf Jahren wird jedoch ein zweiter, moderner Zugang immer bedeutender, nämlich der über die Wissenschaft. Für sie ist es wichtig, die Inhalte, die Umwelt und das Leben der Men-schen zu jener Zeit in einen wissenschaft-lichen Kontext zu stellen und auch fächer-übergreifend mit Themen aus Geschichte, Geographie, Biologie usw. zu verknüpfen.

Der theoretische Teil der Veranstaltung wurde beendet mit dem Lied:

Jesus wohnt in unserer Straße, wohnt da ganz am End`,
und er fragte: Du, wie kommt es, dass mich keiner kennt?
Gestern bin ich ihm begegnet und ich sah ihn an und sprach:
„Wer weiß denn schon, wer weiß denn schon,
dass ich in dieser Straße wohn`,
gleich um die Ecke neben an?“


WORKSHOP
 

Im zweiten Teil der jeweils vierstündigen Veranstaltung (30. März und 14. April 2007) wurde durch vielfältiges Materialienangebot, sowie durch kompetente Einführung und Begleitung durch Didaktikerinnen, Praxisbegleiterinnen und Besuchschullehrerinnen die didaktische Phantasie der TeilnehmerInnen angeregt und der Theorie-Praxis-Bezug der besonderen Art ermöglicht.

Die Veranstaltungen im Wintersemester (Bußerziehung) wurden evaluiert und die daraus gewonnen Erkenntnisse bei der Vorbereitung auf das Sommersemester berücksichtigt. Die Studierenden wurden in überschaubare Gruppen eingeteilt und durch die exakte Planung wurde die zur Verfügung stehende Zeit für den Besuch der einzelnen Stationen nach dem Rotationsprinzip gezielt genützt.

 

 

Für den Bereich Volksschule gab es eine große Auswahl an Materialien und didaktischen Impulsen aus dem reichen Erfahrungsschatz der Didaktikerinnen und der Besuchschul-lehrerinnen zum Thema: Jesus Christus, Tod und Auferstehung, Begegnungen mit dem Auferstandenen, Christi Himmelfahrt u.a.
Die Stationen wurden übersichtlich gekennzeichnet und die verantwortlichen BSL bzw. Didaktikerinnen haben den einzelnen Gruppen die Einsatzmöglichkeiten der ausgestellten Materialien für den RU vorgestellt und sind auch auf die Fragen der Studierenden eingegangen. Recht eindrucksvoll zeigten dabei Dipl. Päd. Edeltraud Moser, Dipl. Päd. Juliane Ogris, sowie Dipl. Päd. Monika Jensac und Dipl. Päd. Theresia Smolle  den Studierenden, wie kreativ und symbol-orientiert sie den Kindern in der Schule den Tod und die Auferstehung Jesu und die Begegnungen mit dem Auferstandenen nachhaltig vermitteln können.



Dann referierte Dipl. Päd. Elisabeth Likar  über einige erprobte Unterrichtsstunden:
"Jesus auf unserer Erde, Wer ist dieser?"
und "Christi Himmelfahrt"

Von Fr. Likar wurden dabei ihre vielen selbst gefertigten Medien, im wahrsten Sinne des Wortes, vor den interessierten StudentInnen „ausgebreitet“.



Frau FI Prof. Heidemarie Zürner stellte den Studierenden „Jesus–Katechesen für die 4. Klasse Volksschule“ vor.

Fr. Prof. Zürner ging auch auf die Fragen der Studierenden ein und gab ihnen wertvolle Tipps für die Vorbereitung der Lehrübungen.

Der Sonderschulbereich wurde von Mag. Gerda Gstättner und von Dipl. Päd. Diana Erker präsentiert. Die Aussagekraft der gezeigten Medien, verstärkt durch die didaktischen Erklärungen war für die Studierenden ein „highlight“. Es wurden auch Möglichkeiten einer Umsetzung in der VS aufgezeigt. Frau Dipl. Päd. Diana Erker hat außerdem auch musikalische Kostproben, welche sie in der Heilstättenschule als Religionslehrerin verwendet, mit den TeilnehmerInnen an der Pädagogischen Werkstätte einstudiert.

Die Zusammenarbeit mit der Zeitschrift "Regenbogen" hat sich auch diesmal zum Wohle der Studierenden bestens bewährt. Frau Mag. Dagmar Kleewein hat eine repräsentative Auswahl an Materialien bereitgestellt, die sie nach zwei Kriterien gegliedert hat:
1. Jesus Christus in der Bibel (NT) und 2. Jesus Christus im Jahreskreis.
Zusätzlich zur Vorstellung der Materialien wurden von Fr. Mag. Dagmar Kleewein auch die Möglichkeiten der Verwendung im Unterricht erklärt.

Auch für den Bereich der Hauptschule / Sekundarstufe I wurde versucht, Studierenden zu zeigen, auf wie vielen verschiedenen Ebenen eine Begegnung mit dem Auferstandenen möglich ist – in biblischen Perikopen, im Gebet, in der bildenden Kunst, in der Musik, in Filmen und Erzählungen und vor allem in der Eucharistie.
Didaktische und methodische Vielfalt sollen Wege eröffnen, dass den Jugendlichen mit ihren unterschiedlichen Voraussetzungen im Religionsunterricht diese Begegnung gelingen kann.
Viele Materialien, die sich bereits in der Praxis bewährt haben – Texte, Lieder, Spiele, Filme, Bilder, Behelfe, Stundenvorschläge, Geschichten  und "Schätze" aus der Bibliothek im Diözesanhaus - wurden dabei von Mag. Hans Omann, Dipl. Päd. Waltraud Schifrer-Leopold, Dipl. Päd. Andrea Waditzer und Mag. Maria-Elisabeth Dohr ausführlich vorgestellt sowie ihre Einsatzmöglichkeit für die jeweiligen Schulstufen mit den Studierenden besprochen.





Dipl. Päd. Gabriele Peball-Winkler berichtete  anschaulich über ihre Projektarbeit im Religionsunterricht an der HS Weitensfeld und konnte dadurch den Studierenden wertvolle Tipps geben.

Es fand auch eine Vernetzung mit dem Fach Bildnerische Erziehung mit Frau Prof. Barbara Möseneder und dem 1. Jahrgang statt. Mit Hilfe der „visuellen Sprache“ durch Farbe, Form und Struktur, konnten die Studierenden ihre Gefühle zum Ausdruck bringen. Die Einstimmung erfolgte durch die Symbolik des Weges und des Lichtes:

Mein Weg - mit Christus auf dem Weg.
Das Licht ist stärker als das Dunkel.
Das Licht kann das Schwere, die Last, die Trauer,
den Tod sprengen!
Jesus sagt: „Ich bin das Licht!“
Er verwandelt das Dunkle, Schwere in meinem Leben,
wenn ich mich öffne.

Einige Werke der Studierenden:

Aus den Reflexionen der Studierenden, über die Veranstaltungen der Pädagogischen Werkstätte geht hervor, dass diese bei den Studierenden positiv angekommen sind. Besonders hervorgehoben wurden: Der nach der Evaluation verbesserte Zeitplan bzw. Gruppeneinteilung im Rahmen der „WORKSHOPS“ und die große Auswahl der themen-bezogenen Materialien, sowie die didaktisch – methodischen Impulse der Vortragenden. Für die kommende Pädagogischen Werkstätte wird jedoch ein Zeitrahmen gewünscht, der mehr Zeit für schultypenübergreifende, individuelle Vertiefung bei den einzelnen Stationen ermöglicht. Diese und weitere Verbesserungen sind für das kommende Studienjahr bereits in Planung. Insbesondere die Öffnung der Pädagogischen Werkstätte für die Religionslehrer und Religionslehrerinnen, die im Unterricht stehen.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich auf diesem Wege allen, die durch ihr Engagement zum Gelingen der Pädagogischen Werkstätte beigetragen haben, ganz herzlich danken. Ganz besonders möchte ich in diesem Zusammenhang mein Praxisteam erwähnen, das mich bei der Planung und Durchführung der Pädagogischen Werkstätte tatkräftig unterstützt hat und so zum erfolgreichen Gelingen wesentlich beigetragen hat.

Der feierliche Rahmen war bei allen Veranstaltungen durch spirituelle Elemente gegeben. In diesem Sinne haben wir mit den Studierenden des 4. Jahrganges am 14. April 2007 zum Abschluss die Perikope: Die Emmausjünger (Lk 24,13-35) als Rollenspiel gestaltet.
Die ganze Veranstaltung wurde so spirituell abgerundet durch das gemeinsame Brotbrechen und durch das Singen des Liedes:

„Komm in unsere Mitte, o Herr, o Herr, o Herr!
Lass uns spüren, dass du bei uns bist,
Herr wir danken dir."

Bericht von AL Mag. Liliane Hübl

>>>  Download der Broschüre "Emmausjünger"  (PDF-Dokument ) (2MB)