Privatschultag 2007 am 9. November 2007
im Konvikt des Stiftsgymnasiums St. Paul
Thema: SchülerInnen im Glauben begleiten
Referent: Pfarrer Msgr. Mag. Clemens Abrahamowicz (Wien)
 

 

Die vormittägliche Konferenz der SchulerhalterInnen und DirektorInnen an KPS fand im Konvikt des Stiftgymnaiums unter prominenter Beteiligung statt. Neben dem Gastgeber Hofrat Dir. Paulus Kaimbacher gab uns Abt Dr. Heinrich Ferenczy die Ehre.
Nach einem eröffnenden Morgenlob präsentierte SAL Mag. Birgit Leitner wichtige Informationen zur Hochschulentwicklung, zum Leitbild der KPS, zum Schulversuch der neuerrichteten Modellschule (AHS-Unterstufe) St. Ursula im Sinne einer integrativen Gesamtschule, zur erfolglosen Einbindung von arbeitslosen LehrerInnen als ReferentInnen für Orientierungstage und zu gelungenen Veranstaltungen und aktuellen Terminen.

Unter guter Beteiligung der KPS-LehrerInnen Kärntens fand dann im Saal des Konvikts die traditionelle nachmittägliche Fortbildungsveranstaltung zum Thema "SchülerInnen im Glauben begleiten" statt.

Der Pfarrer und Pfarrregens Clemens Abrahamowicz von der Pfarre St. Anna in Wien (1140) verstand es, an Hand von katechetisch relevanten Bibelstellen des Neuen Testaments (Lk 24,13ff, Mk 4,35ff, Mt 14,22ff) und den Patriarchen des Alten Testaments (Moses, Abraham, Noah) überzeugende und lebensnahe Glaubens-zugänge im Kontext von „heute.glauben“ zu erschließen. Die Freude am Glaubens-vollzug und die Bereitschaft, SchülerInnen im Glauben zu begleiten, konnten dadurch gefördert werden.

Hier einige wichtige Aussagen aus dem Referat von Pfarrer Abrahamowicz:

SchülerInnen heute im Glauben zu begleiten ist ein hoher aber realistischer Anspruch. Die Voraussetzung sind die eigene Authentizität, die durch persönliche Glaubenszugänge gefördert wird.
Das urchristliche Wort für Glaube = Vertrauen. Das alttestamentliche Gottesvolk hat sich Moses anvertraut. Glauben ist immer auch ein Mitglauben mit anderen.
In der Situation, die das Volk angesichts der ägyptischen Verfolger beim Durchzug durch das Rote Meer erlebt hat, sieht der Mailänder Kardinal Carlo Maria Martini drei Handlungsmöglichkeiten:
    1. Moses gibt allen Waffen. Das Volk wird heldenhaft siegen oder sterben.
    2. Alle machen kollektiv Selbstmord
    3. Die Volksangehörigen entscheiden sich, weiter an die göttlichen Verheißungen
        zu glauben und den Glauben des Moses zu teilen.

Um wirklich glauben zu können, sind zwei Grundvollzüge notwendig:
Das Loslassen (als innerer Vorgang) und das Aufbrechen (zu neuen Lebens-vorgaben). Dafür ist Abraham, der „Vater des Glaubens“ uns Vorbild. Man kann glauben nicht probieren!
Die Bereitschaft, Gott nichts vorzuenthalten, auch nicht das Kostbarste (seinen Sohn Isaak) hat Abraham letztlich die Angst vor Gott genommen und die Gewissheit gegeben, dass er nicht ein lebensvernichtender, sondern ein lebens-rettender Gott ist.
Gibt es in unserem Leben eine Person, einen Gegenstand, eine Sicherheit, die für uns „Isaak“ sind, etwas, das wir vor Gott noch freigeben müssten?
Das Geheimnis der Friedenskompetenz liegt in der Erfahrung der barmherzigen (=mütterlichen) Liebe Gottes.
Ohne Vergebungsbereitschaft gibt es keinen Frieden.
Es gibt unter Menschen eine tiefe Vertrauensintelligenz glaubender Hingabe.
Wenn die Menschen nur Angst haben um sich selbst, dann wird letztlich auch unsere Wirtschaft zugrunde gehen.
Trotz Widerständen und gegen die momentane Einsicht hat Noah im Vertrauen auf Gott seine Arche gebaut, die die Maße des Tempels von Jerusalem hat. Auch unsere Kirchen sind als umgekehrte Schiffe gebaut.
Wir sind eingeladen, in dieses (rettende) Schiff der Kirche einzusteigen.
Der Glaube des Noah hat viele Menschen gerettet. Das sollte auch für unseren Glauben gelten!
Solange Petrus, der Jesus bittet, ihn über das Wasser gehen zu lassen (Mt 14,28), mit Jesus in Blickkontakt ist, geht er nicht unter. Als er aber anfängt, seine vertrauende Unbefangenheit zugunsten rationaler Berechenbarkeit (des bedroh-lichen Elements) aufzugeben, zieht es ihn in die Tiefe.
Aber dieses Ereignis trägt dazu bei, dass Petrus zu einem stärkeren Glauben findet.
Der Blickkontakt mit Jesus ermöglicht unseren felsenfesten Glauben!

Der Vortragende beendete die Fortbildungsveranstaltung mit einem Lied und den Worten von Mutter Teresa:

The Fruit of Silence is Prayer
The Fruit of Prayer is Faith
The Fruit of Faith is Love
The Fruit of Love is Service
The Fruit of Service is Peace.

Bericht und Fotos: Dr. Ludwig Trojan