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Philosophie im Dienst der Theologie ?!
– Herbsttagung AHS/BMHS 2008
am 5. und 6. November 2008 in St. Georgen/Längsee
mit Generalversammlung der ARGE AHS/BMHS
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Die heurige Herbsttagung der
ReligionsprofessorInnen an mittleren und höheren Schulen am
5. / 6. November 2008 im Bildungshaus St. Georgen am Längsee
stand im Zeichen religionsphilosophischer Überlegungen und
sollte auch die Bedeutung der Philosophie für die Lebens-
und Unterrichtspraxis erschließen helfen. |
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Nach dem eröffnenden Abendlob in der
Hauskapelle des Stiftes St. Georgen hat der Vorabendreferent
DDr. Christian Stromberger in tiefsinniger und
zugleich humor-voller Weise philosophische Zugänge zum
menschlichen Glück mit dem benediktinischen „Ora et lege et
labora!“ verbunden.
Rahmenbedingungen für das Glück, das ja letztlich nicht
machbar ist, könnten durch bestimmte Einstellungen und
Grundsätze wie Bewegungsfreude (Friedrich Nietzsche
hat als Sünde gegen den Heiligen Geist das Sitzfleisch
angesehen), Leibfreundlichkeit (Teresa v. Avila: „Tu
deinem Leib Gutes, damit deine Seele Lust haben kann, darin
zu wohnen!“), gesunde Abwechslung (Benedikt v. Nursia
hat empfohlen, ein und dieselbe Tätigkeit nicht länger als 1
½ Stunden auszuführen), Risikobereitschaft und
Zielorientierung, Medienverzicht und
abendliche Lebensbetrachtung (Seneca, Ignatius: „Gebet
der liebenden Aufmerksamkeit) sowie durch Gottesbeziehung
(Orare) und Dankbarkeit gefördert werden.
Im Hinblick auf die Kirche, die über zurückgehende
Mitgliederzahlen unglücklich sei, meinte Stromberger, dass
sie immer noch mehr Mitglieder als Gläubige habe!
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Bei der spätabendlichen Generalversammlung
der Arbeitsgemeinschaft der Reli-gionsprofessorInnen hat
ARGE-Leiter Dr. Felix Kucher die modifizierten
Statuten vorgestellt, anschließend die Bedeutung und
Möglichkeiten der Fortbildung hervor-gehoben und auch darauf
hingewiesen, dass im Herbst des nächsten Arbeitsjahres die
Neuwahlen der ARGE-Leitung bevorstünden. |
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Nach dem Morgenlob der ARGE Völkermarkt,
der Begrüßung und Einleitung durch Dr. Ludwig Trojan und den
informativen und motivierenden Grußworten von FI Prof. Anton
Boschitz und Dr. Felix Kucher hat der an der
Kath.-Theologischen Fakultät der Universität Graz lehrende
Philosophieprofessor DDr. Reinhold Esterbauer unter
dem Tagungstitel „Glaubst du noch oder denkst du schon?“
(Frage, die von neuzeitlichen Atheisten formuliert wurde)
in drei Vorträgen religionsphilo-sophische Zugänge
dargelegt. Auch in der Zeit eines neuen Atheismus gäbe es
Erfahrungsgrundlagen für das Religiöse, die vor allem in der
für alle Menschen zugänglichen Erfahrung des Heiligen (als
Tiefenstruktur von Erfahrung überhaupt!) zu orten wären.
Unterbrechung und Veränderung des Lebens sind die Folge
dieser Erfahrung. |
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Der Philosoph und Soziologe Jürgen
Habermas, der sich selbst als „religiös unmusikalisch“
(Thema des 2. Vortrags) bezeichnet, messe dem Christentum
wegen seines sinnstiftenden Charakters in unserer
postmetaphysischen, aber auch postsäkularen Gesellschaft
eine große Bedeutung bei.
Im 3. Vortrag legte Esterbauer die Christentumskonzeption
von Benedikt XVI. dar, die er in der unbedingten Verbindung
von Glaube und Vernunft (fides et ratio) sieht. „Nicht
vernunftgemäß zu handeln, ist dem Wesen Gottes zuwider...“,
äußerte der Papst in seiner Regensburger Rede (12. 09.
2006). Das Christentum sei die zur Wahrheit gelangte
Vernunft schlechthin. Die Aneignung des philosophischen
Gottesbegriffs der Väter sei für den Glauben
wesensnotwendig.
Die Synthese von Hellenismus und jüdischer Glaubenstradition
bleibe eine unaufgebbare Vorgabe für den christlichen
Glaubensvollzug.
Die mit der Neuzeit einsetzende zunehmende Enthellenisierung
der Philosophie bewirke eine Sprengung von Glaube und
Vernunft. Letztere werde auch durch das „sola scriptura“ –
Prinzip eines Martin Luther abgewertet.
In der liberalen Theologie des 20. Jahrhunderts wäre nach
Meinung des Papstes die Gottesfrage zu vor- und
unwissenschaftlich behandelt worden.
Das Christentum sei als Religion der Aufklärung und als
Aufklärung der Religion anzusehen. Alle Infragestellungen
der Vernunft sind schon im Christentum als Religion der
Zukunft Europas artikuliert. Papst Benedikt XVI. wendet sich
mit seiner Anschauung gegen die Individualisierung und
Relativierung unserer Zeit und vertritt einen kultur- und
geschichtskritischen Ansatz.
Kritisch merkte Esterbauer an der Christentumskonzeption
Papst Benedikts an, dass durch seine rückwärtsgewandte
Sichtweise die heilsgeschichtliche Blick-richtung und die
notwendige Offenheit für neuere philosophische Ansätze zu
wenig gegeben seien.
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Als sehr wertvoll für die
theologisch-philosophische Diskussion bei dieser Tagung hat
sich auch die Anwesenheit von Bischofsvikar Dr. Olaf
Colerus-Geldern erwiesen.
Bericht: Dr. Ludwig Trojan |
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Generalversammlung der ARGE AHS/BMHS |
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Zur Generalversammlung der ARGE AHS/BMHS im Rahmen der
Herbsttagung im Bildungshaus St. Georgen/Längsee am
Mittwoch, dem 5. November 2008, versam-melte sich heuer eine von
Jahr zu Jahr größer werdende Zahl von Kolleginnen und
Kollegen. Als ARGE-Leiter versuchte ich zunächst einen
Überblick darüber zu geben, in welchen Gremien die ARGE die
Belange der Religionslehrer vertritt. Dies sind die Theologische Kommission (Kucher), deren Aufgabe es ist, die
Bildungs-arbeit in der Diözese zu koordinieren, das Kuratorium für kirchliche Berufe (Kucher), in dem u.a. auch
Theologiestudierende vertreten sind, das Kuratorium für
Orientierungstage (Kucher), der Personalbeirat (Kucher, Kickmaier) und die
Schulklausur des Schulamtes (Kucher, Kickmaier), der
Diözesanrat (Kickmaier), die IBGRLÖ (Monitzer) und
die Ökumenische Kommission (Lamprecht). Mit den fünf
Sitzungen des Leitungsgremiums und den
Lehrgangs-leiterkonferenzen an der KPHE kommt man also auf
fast 30 Termine im Jahr – aber keine Angst, wir unterrichten
auch noch nebenbei! …. Brauch ma des? Ich meine ja. Auf
diese Termine verzichten würde heißen, in vielen Bereichen
nicht mitzuwirken oder – was oft noch schlimmer ist – nicht
informiert zu werden.
Eine leichte Änderung der Statuten stand ebenso unter
den Tagesordnungs-punkten wie eine kurze Debatte zum
Thema „Lokale vs. zentrale Bildung“. Hier war es klar, dass
es auch in Zukunft lokale Studientage geben muss, wobei die
Kooperation von lokalen ARGEs (z.B. Villach-Spittal und Völkermarkt-Wolfsberg) sinnvoll erscheint. Die zweite
zentrale Veranstaltung („Frühjahrstagung“), die heuer nach
langjähriger Pause wieder stattfindet, soll andererseits
wieder ein wichtiges Element zentraler Fortbildung werden.
Um den ARGE-Leitern die Planung zu erleichtern und
andererseits bei den lokalen ARGE-Sitzungen den „binnenkärnterischen“
Austausch zu fördern, wird heuer erstmals eine
Referentenliste aufgelegt, die den ARGE-Leitern im Frühjahr
übermittelt werden und als Planungshilfe dienen soll.
Eine Trennung der bestehenden ARGE in ARGE und
Berufsgemeinschaft, um die Aufgaben der Personalvertretung
und die Mitwirkung an der Fortbildung klarer zu trennen,
wurde von der Versammlung auch heuer als nicht
erstrebenswert angesehen.
Schließlich wurde auf die ARGE-Leiter-Wahl im Herbst 2009
verwiesen, denn die vier Jahre, für die ARGE-Leiter (und lt.
Statuten auch das Leitungsgremium, d.h. die lokalen
ARGE-Leiter) gewählt werden, sind bald um – vielleicht bist
du, Leser dieser Zeilen, der nächste ARGE-Leiter?
Dank an alle Mitstreiter und erholsame Weihnachtsferien!
Felix Kucher |
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