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Religionspädagogik der Hoffnung -
Vortrag von Univ. Prof. Dr. Bert Roebben
am 2. Dezember 2010 im Bildungshaus St. Virgil in Salzburg
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Im Rahmen der bundesweiten Konferenz von
Verantwortlichen der religionspäda-gogischen Fort- und
Weiterbildung am 2. und 3. Dezember 2010 im Bildungshaus St.
Virgil in Salzburg hielt der am Institut für katholische
Theologie der Techni-schen Universität Dortmund lehrende
Professor für Religionsdidaktik Dr. Bert Roebben zwei
Vorträge zum o.g. Thema:
1. Narthikales Lernen: eine Herausfor-derung an die
gegenwärtige religions-pädagogische Praxis.
2. Inter-spirituelles Lernen: Lernen in der Gegenwart
des religiös Anderen.
Für die Studierenden der UNI Dortmund gibt es am Institut
für Theologie auch Studienangebote wie „Theologie und Kunst“
oder „Theologie und Informatik“. |
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Roebben plädiert dafür, die zunehmend globalisierten
Lebensbereiche als Orte der Hoffnung wahrzunehmen. In der
voranschreitenden Säkularisierung und Entfernung von
traditionellen Glaubensinhalten müsse in Prozessen
narthikalen Lernens (Nartex=Vorraum) ein religiöses
Vorverständnis geschaffen werden, das biographisch und
narrativ im Alltäglichen verankert sei.
Das pädagogische Konzept dafür müsse sich am theologischen
Begriff der „kenosis“ als Form der Entäußerung oder
Entleerung orientieren. Am Bild eines Abseilmanövers
erläuterte Roebben die Situation der Jugend, die einen
Sprung ins Neue und Leere („jump into the vold“) vollziehen
möchte und dazu auch die durch die Tradition vorgegebene
Seilsicherung benötige.
Der Austausch mit der Jugend muss „downtown“ im Zentrum der
„city“ (faktisch oder virtuell) erfolgen. Roebbens Codewort
und zugleich Forschungsprojekt dazu lautet: „seekingsenseinthecity“.

Eine Religionspädagogik der Hoffnung „lässt sich verstehen
als sinnstiftendes Angebot in einer Gesellschaft, die …
keine Lebenskunst vermittelt, um mit Verletz-lichkeit
(Unperfektheit) und Unterschiedenheit umzugehen.“
Hoffnungspädagogik versteht sich als Spiritualität in der
Professionalität.
Nach Vaclav Havel ist „Hoffnung ... nicht die Überzeugung,
dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas
Sinn hat, egal wie es ausgeht.“
Religionsunterricht hat über die Wissensvermittlung hinaus
auch die Aufgabe, religiöse Erfahrung zu vermitteln. Für
heutige Jugendliche auf der Suche erweist sich ein
„Pilgerfahrtskonzept“ als ungeeignet, sie benötigen Konzepte
mit unmittelbareren Zugängen.
Für inter-spirituelle Lernprozesse ist die Wahrnehmung von
Diversität sowohl zwischen als auch in den Religionen
bedeutsam.
Eine Voraussetzung für den interreligiösen Dialog ist die in
Elternhaus und Gemeinde erworbene religiöse „Muttersprache“.
Konfessioneller Religionsunterricht und „Religionsunterricht
für alle“ schließen einander nicht aus, sondern eher ein.
In Mechelen, wo Roebbens Gattin Religion unterrichtet,
besuchen 30 % Moslems den katholischen Religionsunterricht.
Drei Lernformen sind im interspirituellen Dialog von
Bedeutung:
1. Repräsentation (learning about religion),
2. Präsentation (learning from religion) und
3. Präsenz (learning in religion).
Drei pädagogische Tugenden sind angebracht:
1. Bescheidenheit (ich gehöre der Wahrheit),
2. Konsistenz (Einheit von Reden und Tun),
3. Respekt (ist mehr als Toleranz!).
In der interreligiösen Begegnung tritt die Lehrperson als
Experte, als Moderator und als Zeuge in Erscheinung, was
allerdings zu einer Überforderung führen kann.

Bericht und Fotos: Ludwig Trojan
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