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„Wenn der Kopf ganz denkig wird…“
Herbstkonferenz der KatechetenkreisleiterInnen
mit Dr. Elisabeth Schwarz und Mag. Franz Maurer
im Diözesanhaus in Klagenfurt am 13. Oktober 2011
 
 

Am Donnerstag, dem 13. Oktober 2011 fand im Diözesanhaus die Herbstkonferenz der KatechetenkreisleiterInnen statt.
Das Thema der Konferenz lautete „Theologisieren mit Kindern“ und es führte die Experten auf diesem Gebiet, Frau Dr. Elisabeth Schwarz und Herrn Mag. Franz Maurer, nach Kärnten. Beide sind als Professoren an der KPH Wien/Krems tätig.

   
 

 

             Mag. Franz Maurer                                   Dr. Elisabeth Schwarz

   
 

In ihrem Vortrag erläuterte Frau Dr. Schwarz, dass die Pionierin im Bereich des Philosophierens mit Kindern die Schweizer Kinderphilosophin Eva Zoller ist.
In Österreich bietet sie und Herr Mag. Franz Maurer seit dem Jahr 2003 Lehrgänge an, in denen Lehrerinnen und Lehrer sich in das Konzept des Philosophierens und Theologisierens mit Kindern einüben können.
Theologisieren beginnt mit dem Philosophieren. Karl Jaspers definierte drei Stufen des Philosophierens – Staunen, Zweifel und Betroffenheit. Die Grundhaltung des Philosophierens ist die Fragehaltung. Fragen sollen gestellt und besprochen werden. Alltägliche Begriffe kommen dabei ins Spiel und bekommen eine völlig neue Bedeutung.
Philosophieren bedeutet, sich an Begriffen abzuarbeiten, sie zu beschreiben und für die Gruppe zu klären. Wie bringen wir Kinder in eine Fragehaltung? Kinder müssen wissen, dass es Fragwürdiges gibt, das im Gedankenaustausch in der Gemeinschaft ernst genommen wird und wachsen kann.

                                   Staunende Religionslehrerinnen....

Neben den vielen Fragen, die Kinder oft bewegen gibt es die eine große Frage, die alle Menschen bewegt. „Wozu bin ich eigentlich auf der Welt?“. Bei der Suche nach der großen Frage kommt immer wieder das Wort „eigentlich“ ins Spiel. Große Fragen sind Fragen, die nicht einfach und schnell zu beantworten sind. Es wird zwischen entscheidbaren und unentscheidbaren Fragen unterschieden. Eine entscheidbare Frage ist beispielsweise „Wo liegt das Tote Meer?“. Darauf gibt es eine allgemein gültige Antwort, deren Richtigkeit überprüfbar ist. Die Frage „Wozu bin ich auf der Welt?“ bleibt in gewisser Weise immer offen, denn sie kann nicht mit einer allgemein gültigen Aussage beantwortet werden.
Philosophieren führt unweigerlich zum Theologisieren. Verschiedene Methoden sind dabei sehr hilfreich. Die Naturwissenschaft ist eine Brücke, um zum Beispiel die Frage „Wie ist Gott?“ zu erforschen. Aus der mathematischen Gleichung 1+1+1=3 wird das Geheimnis Gottes in der Ungleichung 1+1+1=1. Dadurch wird spürbar, dass das Reden über Gott viele Geheimnisse berührt. Die Naturwissenschaft stellt entscheidbare Fragen, die Theologie unentscheidbare. Mit einem Spiegelexperiment stellte Mag. Franz Maurer die Glaubensaussage, dass Gott dreieinig ist, eindrucksvoll dar.

   

 

Egal von welcher Seite betrachtet – Gott ist unendlich...

   
 

Wenn Kinder nach Gott fragen, haben sie selbst eine gewisse Vorstellung von einer theologischen Antwort. Der Religionsunterricht hat beim Theologisieren eine Art  Geburtshelferfunktion. Kinder sollen ihre Vorstellungen zum Ausdruck bringen können. Im Dialog werden sie in ihrem Denkprozess stimuliert. Schließlich wird ihnen durch theologische Impulse die Geschichte des Glaubens vermittelt. Theologische Gespräche sind sokratische Gespräche. Sokrates hat durch Fragen immer wieder neue Denkanstöße gegeben. Auch Dilemmageschichten sind eine Einstiegshilfe in das theologische Gespräch.

Zum Schluss des Vortrages spannte Mag. Franz Maurer einen Bogen zwischen dem ersten und dem letzten Vers der Bibel. Die Vision einer von Gott gewollten und Sinn erfüllten Welt, die im Buch Genesis im Schöpfungsbericht Grund gelegt wurde kommt in der Offenbarung in der Beschreibung des neuen Himmels zur Vollendung.

Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde      Die Gnade des Herrn Jesus sei mit allen
                   (Gen 1,1)                                                  (Offb 22,21)
 

Mit großer Begeisterung wurden die Ausführungen von Frau Dr. Elisabeth Schwarz und Herrn Mag. Franz Maurer von den KatechetenkreisleiterInnen aufgenommen und es wurde angeregt, das Thema unbedingt in das Fortbildungsprogramm aufzu-nehmen. Viele interessante und anregende Gespräche prägten den Tag.

Fotos: Edeltraud Moser
Text:   Juliane Ogris