 |
 |
|
Aktuell >
Berichte |
| |
Sinn- und Lebenswelten der Jugend –
Privatschultag 2011 mit
Univ. Prof. Dr. Ilse Kögler
in Gurk am 28. Oktober 2011 |
| |
|
| |
An einem herrlichen Herbsttag fand in den Räumen des ORG St.
Hemma in Gurk der alljährliche Privatschultag mit der
vormittäglichen Konferenz der KPS-DirektorInnen und der
nachmittäglichen Fortbildung der LeherInnen an den
Katholischen Privatschulen statt. |
| |
|
| |
 |
| |
|
| |
Nach dem beeindruckenden Morgenlob von
einer Lehrer-SchülerInnen-Band in der Krypta wurden SAL Dr.
Leitner, Rektor Dr. Vidović , Mag. Rossmann, Dr. Trojan und
die anwesenden DirektorInnen von Stiftspfarrer Msgr. Kalidz
und Dir. Lattacher herzlich begrüßt. Nach den Informationen
aus dem Bischöflichen Schulamt und den Ausführungen von Dr.
Vidović und Dr. Trojan zur Aus- und Fortbildung an der KPHE
fand eine Führung durch die Schulräume statt. |
| |
Vom gelungenen und schülerInnahen
fächerverbindenden Unterricht des neu eingeführten Faches
„Glück“ konnten wir uns in den Schulklassen überzeugen, wo
uns Lehrpersonen in praktische Übungen eingebunden haben.
Das seit dem Schuljahr 2006/07 nach dem Muster einer Grazer
Schule eingeführte Glücksfach ist als wichtiger Teil einer
humanen Schulkultur anzusehen. Es geht - tlw. im
Teamteaching und an Hand von Projekten – um ganzheitliche
Zugänge zu glückenden Lebensformen und verschiedenen
Lebensbereichen sowie auch um die soziale, mitmenschliche
Dimension des Lebensglücks. Dabei spielen auch spirituelle
Elemente in christlicher Sicht eine wichtige Rolle. Eine
schulorganisatorische Neuerung stellt der Wegfall der
Schulglocke dar, der sich im Sinne der größeren
Eigenverantwortung von LehrerInnen und SchülerInnen bewährt
hat. |
| |
|
| |
  |
| |
|
| |
Nach der Einladung zum Mittagessen in einer
benachbarten Gaststätte und der Domführung durch eine
Schülerin der 8A referierte Univ. Prof. Dr. Ilse Kögler aus
Linz nachmittags auch im Beisein des hwst. Bischofs im
vollbesetzten Stiftssaal zum Thema: Sinn- und
Lebenswelten der Jugend |
| |
|
| |
  |
| |
|
| |
Dr. Kögler betonte, dass das
Anders-sein-wollen von Jugendlichen sich heutzutage nicht
mehr gegen Erwachsene richte, sondern gegen andere
Jugendgruppen und -szenen. Die Jugend pendle zwischen
Ernüchterung und Romantik. Die Zeit der Weltverbesserer und
Widerständler sei vorbei. Als besondere Bedürfnisse gelten:
Zugehörigkeit, Anerkennung, Selbstverwirklichung,
Sicherheit.
Lebensperspektiven der Jugend seien: Harmonische Familie,
gute Freunde, sicherer Job, feste Paarbeziehung (trotz oft
gegenteiliger Erscheinungsformen) und ein Leben in
geordneten Bahnen. Als Motto aus der Szenenforschung mag
gelten: „Ich bin ich – und ich will nicht allein sein.“ |
| |
|
| |
 |
| |
|
| |
Nach der für Österreich vergleichbaren
Sinus-Milieustudie U 27 sind nur mehr etwa 35% der
Jugendlichen an der Institution Kirche interessiert, 65%
bleibt die Kirche fremd.
Es gibt drei große Wertströmungen:
• Grundorientierung an traditionellen Werten: Pflicht,
Ordnungsstreben.
• Seit 60er-Jahren: Selbstverwirklichung, Individualiserung.
• Seit 90er-Jahren: Multioptionalität, Experimentierfreude,
Unverbindlichkeit.
Folgende Bezüge zur Kirche sind in verschiedenen
Jugendkreisen wahrnehmbar:
• Traditionelle: Kirche ist unhinterfragbares Fundament.
• Bürgerliche: kirchlich integriert, wenn Elternhaus
religiös.
• Postmaterielle: Kirche wird kritisch hinterfragt. Es
engagieren sich solche, die anderswo nicht landen können.
• Konsum-Materialisten: Kirche bietet keinen
Erlebnischarakter. Pfarrer werden als altmodisch empfunden.
• Hedonisten: Kirche wird als Verbotskirche gesehen.
Prof. Kögler ersuchte, die verschiedenen Jugendtypen und
-szenen sensibel und aufmerksam wahrzunehmen. Denn „Jugend
ist nicht Jugend“.
Über Sinn- und Lebenswelten mit den Jugendlichen ins
Gespräch zu kommen, dafür sei die Schule ein wichtiger Ort.
Es gilt zu hören, was Jugendliche sagen und es gilt,
vorzuleben, was ihrem Leben Halt geben kann.
Mit einer anschaulichen PP-Präsentation, die Prof. Kögler
zur Verfügung stellte, konnte sie die Inhalte ihres Vortrags
hervorragend vermitteln. Die anschließende Plenumsdiskussion
machte auch das große Interesse der anwesenden PädagogInnen
an den vorgegebenen Fragestellungen offenkundig.
Das abschließende gemütliche Beisammensein bei einem
Bio-Imbiss rundete diesen gelungenen und nachhaltigen
Privatschultag ab. |
| |
|
| |
Bericht und Fotos: Ludwig Trojan
|
| |
|