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„Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst?“ (Ps 8) –
Anfragen an eine Ethik des Lebens
Herbsttagung AHS/BMHS 2011 mit Prof. DDr. Walter Schaupp
in St. Georgen/Längsee am 11. November 2011
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Am 10. und 11. November 2011 fand im
Bildungshaus St. Georgen am Längsee wiederum die
traditionelle Herbsttagung der ReligionsprofessorInnen
statt.
Am Vorabend wurde von Mag. Joachim Gsodam das an seiner
Schule, dem BRG Feldkirchen installierte Sozialprogramm „Compassion“
vorgestellt. |
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>>> Download:
Compassion-Projekt am BRG
Feldkirchen (Präsentation als PDF)
mehr... |
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Ausgehend von der Bibelstelle Mt 25 und
einigen theologischen Anmerkungen legte Koll. Gsodam dar,
wie es durch sein Engagement in den 7. Klassen seiner Schule
zur Einführung dieses Projekts kam. Direktion, SGA und vor
allem die Klassenvorstände mussten gewonnen werden. Von
SchülerInnenseite gab es von vornherein positives Echo. Dir.
Mag. Harald Unterberger war der Durchführung gegenüber sehr
positiv eingestellt und förderte diese. Als Standortvorteil
der Schule kann es gesehen werden, dass caritative und
soziale Einrichtungen in unmitteilbarer Nähe waren. Die
Verantwortlichen dieser Institutionen haben für das 5tägige
Praxisprojekt alle SchülerInnen gerne und unkompliziert
aufgenommen.
Bei den Videoaufzeichnungen kam auch der gelungene
fächerverbindende Aspekt gut zum Ausdruck. Fachbezogene
ReferentInnen von außen ergänzten die gute inhaltliche
Zusammenarbeit.
Die schulfachbezogenen Referate der SchülerInnen zeigten
hohes Niveau und gute Auseinandersetzung mit der Thematik.
Die Rückmeldungen zu den Sozialeinsätzen waren durchwegs
positiv. Die Abschlusspräsentation eines Jahres im Beisein
von FI Boschitz kann als gelungen bezeichnet werden.
Weiterführende Kontakte entstanden da und dort. Schließlich
konnte auch die FH Feldkirchen für eine wissenschaftliche
Auswertung des Projekts gewonnen werden. Aufgrund der
aufwändigen Organisation konnten leider nicht mehr jedes
Schuljahr die Klassenvorstände für das Sozialprojekt ihr
Einverständnis geben.
Bei der nachfolgenden Generalversammlung der ARGE, die
diesmal in Abwesenheit des ARGE-Leiters stattfinden musste,
wurden aktuelle kirchliche Fragen, wichtige Fragen des RU
sowie die Frage nach der Bedeutung und Zukunft der ARGE
diskutiert. |
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Die Hauptveranstaltung am 11. November 2011, dem Gedenktag des
hl. Martin, wurde mit dem feierlichen Morgenlob der ARGE
Spittal eröffnet. |
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Nach der Eröffnung und Begrüßung
durch Dr. Trojan lud dieser aufgrund der Todesnachricht vom
Vater des Bischofs zu einer Gedenkminute ein.
Nach den wohlwollenden und motivierenden Grußworten von SAL
Dr. Leitner und FI Mag. Boschitz kamen auch
ARGE-Leiter Mag. Kumer, Mag. Graschl als eine
Verantwortliche des Theo-Tages am 07.02.2012 und Mag. Six
mit den Angeboten von „Young caritas“ zu Wort. |
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Das sehr aktuelle und spannende Thema der
Tagung behandelte dann der Moraltheologe und Mediziner
Univ. Prof. DDr Walter Schaupp in drei Referaten in
einer sehr ausgewogenen, behutsamen und mit Hilfe einer
PP-Präsentation auch übersichtlichen Weise. |
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Die Behandlung bioethischer
Problemstellungen am Lebensanfang (Pränatal- und
Präimplatationsdiagnostik) und am Lebensende (Zwischen
Fürsorge und Selbstbe-stimmung) stießen bei den ZuhörerInnen
auf großes Interesse. Durch den Verlust eines verbindlichen
Rahmens gemeinsamer Werte und moralischer Autoritäten sei es
nach Prof. Schaupp zur Entwicklung einer Vernunftsethik
jenseits religiöser Fundamente gekommen. Nicht mehr
Normierung, sondern Orientierung sei für eine heutige „Ethik
des guten Lebens“ von Bedeutung.
Deren Leitwerte sind: Gerechtigkeit, Selbstbestimmung,
Authentizität, Sicherung basaler Werte wie Gesundheit,
Sicherheit, Wohlstand. In einer Zeit des großen
Transzendenzverlusts seien subjektive Glaubwürdigkeit
wichtiger als objektive Kriterien. Kirchenrechtliche
Ansprüche müssen menschenrechtlichen den Platz räumen. Die
Kirche sollte heute weniger den Werteverfall bedauern als
den Werteumbau für ihre Botschaft nützen. Die Orientierung
an heilsgeschichtlichen Vorgaben sei wichtiger als das
Rekurrieren auf feststehenden metaphysischen Wahrheiten.
Durch wissenschaftliche Fortschritte sei ein neues Verfügen
über das Leben möglich geworden, das neue Möglichkeiten,
aber auch neue Dilemmata hervorrufe.
Neurobiologische Eingriffe in die Persönlichkeit des
Menschen beginnen psycho-therapeutische Maßnahmen zu
ersetzen.
Der technische Fortschritt aber macht Menschen nicht
glücklicher. So stelle auch die Pränataldiagnostik, die
weder hundertprozentig genetische Tatbestände und noch viel
weniger deren personbezogene Folgewirkungen bestimmen kann,
eine große Belastung für die Betroffenen dar. Da z.B. die
genaue Diagnostizierung eines Downsyndroms erst im 5./6.
Schwangerschaftsmonat erfolgen kann, komme es hier, wie dies
in 90% der Fälle geschieht, zu einer Tötung von sehr weit
ent-wickeltem menschlichen Leben. Genetische Anomalien sind
bei keinem Menschen ausgeschlossen.
Die sogenannte Entscheidungsfreiheit der Frau im Hinblick
auf ihr ungeborenes Kind wie auch die Verfügungsfreiheit am
Lebensende sei sowohl durch sozialen als auch durch
zeitlichen Erwartungsdruck stark beeinträchtigt.
Die große Betroffenheit der anwesenden Kollegenschaft bei
diesen Inhalten und Problemstellungen wurde auch in den auf
die Referate folgenden Wortmeldungen spürbar. Prof. Schaupp
erhielt für seine Ausführungen und Antworten großen Applaus. |
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>>> Download: |
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PPT-Präsentation: Prof. Schaupp "Was ist der Mensch"
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PPS-Bildschirmpräsentation: Prof. Schaupp "Was ist der Mensch"
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Präsentation als PDF: Prof. Schaupp "Was ist der
Mensch"
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Bericht und Fotos: Ludwig Trojan
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