| |
Curriculum des Privaten Studienganges
für das Lehramt für Katholische Religion an Pflichtschulen
einschließlich des ergänzenden Studiums und des zusätzlichen
Angebotes im Bereich der Unterrichtspraxis für den
Religionsunterricht in slowenischer Sprache gemäß §12 des
Minderheiten-Schulgesetzes für Kärnten, BGBl. Nr. 101/1959.
4. KOMPETENZENKATALOG VON RELIGIONSLEHRER/INNEN
4.1. Personale Kompetenz:
In der Ausbildung habe ich gelernt,
• gezielt und selbstständig zu beobachten, wahrzunehmen,
zuzuhören, zu denken, Sachverhalte zu prüfen, Diskurse zu
führen, selbstreflexiv-kritisch zu handeln, kritik- und
urteilsfähig zu werden;
• auf die eigene Authentizität auch in der Glaubenshaltung
Wert zu legen;
• meine eigenen religiösen bzw. weltanschaulichen
Überzeugungen zu begründen, sie dialogoffen in Lehr- und
Lernprozesse einzubringen und andere religiöse Überzeugungen
zu akzeptieren;
4.2. Soziale Kompetenz:
In der Ausbildung habe ich gelernt,
• meine sozialen Beziehungen partnerschaftlich und offen zu
gestalten und Formen zugewandter Solidarität zu entwickeln;
• Störungen in Beziehungen wahrzunehmen, Ursachen zu
analysieren und Konflikte zu bearbeiten;
• eine achtsame, vertrauensvolle, wertschätzende und
lernförderliche Beziehung zwischen LehrerInnen und
SchülerInnen, innerhalb der Lerngruppe und in der
KollegInnenschaft zu gestalten;
• soziale Probleme zu sehen, nicht achtlos daran vorüber zu
gehen und ein soziales Gewissen zu entwickeln.
4.3. Theorie- und Wissenschaftskompetenz:
In der Ausbildung habe ich gelernt,
• mit der Differenz Alltagssprache und Fachsprache
umzugehen;
• das Wissen auf dem Hintergrund eigener Kenntnisse und
lebensweltlicher Erfahrungen zu reflektieren. Dabei die
prägende Erfahrung von Denk- und Glaubensmodellen zu
erfassen, andere Modelle zu verstehen und neue zu
entwickeln.
4.4. Theologisch-Hermeneutische Kompetenz:
In der Ausbildung habe ich gelernt,
• Leben in seiner Komplexität mit religiösen Kategorien
(z.B. Unverfügbarkeit, Geschöpflichkeit, Transzendenz,
Gnade) wahrzunehmen und theologisch zu reflektieren;
• mir Grundbegriffe von abendländischer Philosophie und
Ethik anzueignen und zu verstehen;
• Ergebnisse, Methoden und Denkmodelle der
Fachwissenschaften im Blick auf ihre Relevanz für Schule und
Unterricht zu bedenken;
• die biblischen Texte existenziell und gegenwartsbezogen zu
interpretieren;
4.5. Religiös-spirituelle Kompetenz:
In der Ausbildung habe ich gelernt,
• Sinnfragen zu stellen, in religiösen Traditionen nach
Antworten zu suchen und diese argumentieren zu können;
• schulgerechte Orte und Möglichkeiten für spirituelle
Erfahrungen von Kindern und Jugendlichen sowie für rituelle
Unterbrechungen des schulischen Alltags zu schaffen;
• Ausprägungen von Religion und Spiritualität in der
abendländischen Tradition und Kultur (Literatur, Theater,
Kunst und Musik) wahrzunehmen und als Deutungspotential für
Geschichte und Gegenwart zu nutzen;
• Eigene Antworten und Lebensformen der Spiritualität
finden; anderen Formen von Spiritualität in Wertschätzung,
Achtung und Liebe zu begegnen; dabei aber kriterienbewusst
lebensförderliche und -zerstörerische Erscheinungsformen von
Religion bzw. Religiosität zu unterscheiden.
4.6. Ethische Kompetenz:
In der Ausbildung habe ich gelernt,
• bei Einzelproblemen die dahinter liegende ethische
Fragestellung zu erkennen und zu artikulieren;
• das biblisch-christliche Menschenbild als Kriterium für
ethische Urteilsfindung zu verstehen und zu reflektieren;
• zu aktuellen ethischen Problemen unter Berücksichtigung
der verschiedenen Faktoren, Nebenwirkungen und Konsequenzen
begründet Urteil zu nehmen und in der Diskussion zu bleiben;
4.7. Interkulturelle und interreligiöse Kompetenz:
In der Ausbildung habe ich gelernt,
• mich in einer pluralen Welt zu orientieren und angstfrei
zurecht zu finden;
• Menschen aus anderen Kulturen offen und sensibel zu
begegnen, ohne eigene oder fremde Identität zu beschädigen
oder zu kolonisieren;
• wie im Unterricht ein akzeptierender Umgang der
SchülerInnen mit religiöser Vielfalt und Differenz
unterstützt, soziales Verhalten und Engagement gefördert
sowie die Interaktion in der Lerngruppe gestärkt werden
kann;
4.8. Genderkompetenz:
In der Ausbildung habe ich gelernt,
• die Gender-Dimension in allen Handlungs- und
Theoriefeldern wahrzunehmen, dabei gesellschaftliche Rollen
und Normen kritisch zu hinterfragen und gegebenenfalls neue
Handlungsoptionen zu entwickeln.
4.9. Didaktische Kompetenz:
In der Ausbildung habe ich gelernt,
• komplexe theologische, ethische und religionspädagogische
Sachverhalte zu elementarisieren, zu didaktisieren und in
pädagogisch-professionellen Handlungs-feldern nutzbar zu
machen;
• Lern- und Entwicklungsprozesse der SchülerInnen zu
verstehen und darauf bezogen meinen Religionsunterricht
sinnvoll zu gestalten;
• religiöse oder existenzielle Verunsicherungen im
Unterricht wahrzunehmen und zu entscheiden, ob und ggf. wie
diese zum Thema des Unterrichts werden können;
• Lehrpläne für den Religionsunterricht kritisch zu
würdigen, in der Kommunikation mit (Fach-)KollegInnen zu
konkretisieren und den eigenen Unterricht innerhalb
verbindlicher Rahmenvorgaben eigenverantwortlich zu
gestalten;
• für heterogene SchülerInnengruppen (männlich/weiblich;
behindert/nicht behindert; sprachlich; kulturell; religiös)
im Religionsunterricht Lernziele zu formu-lieren,
individualisierende Lernwege zu ermöglichen und
Perspektivenwechsel zu initiieren;
4.10. Methodenkompetenz:
In der Ausbildung habe ich gelernt,
• den Zusammenhang zwischen Zielen, Methoden, Inhalten,
Medien und Erfahrungs-wissen der SchülerInnen herzustellen;
• die Sprachkompetenz der SchülerInnen zu fördern und
Unterrichtsgespräche zu führen;
• jeweils phasenweise Formen von forschendem,
projektartigem, handlungs-orientiertem und entdeckendem
Lernen im eigenen Religionsunterricht zu prakti-zieren;
• den Unterricht Prozess begleitend zu evaluieren und (auch
im Gespräch mit den SchülerInnen) Entscheidungen für die
weitere Durchführung des Unterrichts zu treffen;
4.11. Ästhetische Kompetenz:
In der Ausbildung habe ich gelernt,
• Wahrnehmung als grundlegende religionspädagogische
Kategorie zu erkennen;
• auf Schönheit, Klarheit und Formgebung in verschiedenen
Lebens- und religiösen Vollzügen wie Sprache,
Raumgestaltung, Medien zu schauen
4.12. Kompetenz zur Kontextualisierung
religionspädagogischer Arbeit:
In der Ausbildung habe ich gelernt,
• Religionsunterricht im Zusammenhang von Schulentwicklung
und Schulprogramm-arbeit zu begründen und zu profilieren;
• den Religionsunterricht mit außerschulischen Partnern
(Eltern, Pfarrgemeinde, Bürgerinitiativen, NGO's...) zu
vernetzen;
• die Zusammenarbeit mit KollegInnen anderer Fächer zu
suchen, im Team zu arbeiten, Formen der ökumenischen
Kooperation, zwischen evangelischem, katho-lischem,
orthodoxem und altkatholischem Religionsunterricht zu
praktizieren. |