Bakkalaureatsstudium
"Katholischer Religionsunterricht für den Pflichtschulbereich"


Qualifikationsprofil
 
 

Curriculum des Privaten Studienganges
für das Lehramt für Katholische Religion an Pflichtschulen
einschließlich des ergänzenden Studiums und des zusätzlichen Angebotes im Bereich der Unterrichtspraxis für den Religionsunterricht in slowenischer Sprache gemäß §12 des Minderheiten-Schulgesetzes für Kärnten, BGBl. Nr. 101/1959.


3. QUALIFIKATIONSPROFIL

Das Qualifikationsprofil beruht auf der Grundlage des von der Evangelischen Religionspädagogischen Akademie erstellten Qualifikations- und Kompetenzen-kataloges.

3.1. PRINZIP ÄQUVALENZ
Das „Prinzip Äquivalenz“ bedeutet, dass die Ausbildung von Religionslehrerinnen in quantitativer und qualitativer Hinsicht vergleichbare Standards gegenüber der übrigen LehrerInnenbildung aufweist. Dasselbe gilt hinsichtlich Struktur und Organisationsform des Studiums gemäß den Richtlinien des Hochschulgesetzes 2005 und der Curriculaverordnung vom 21.12.2006 des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur. Die ReligionslehrerInnenausbildung ist eine spezifische Form pädagogischer Qualifikation und Professionalisierung.

3.2. PRINZIP FOKUSSIERUNG
„Fokussierung“ meint den wichtigen Gesichtspunkt, dass Gestaltung und Schwer-punkte von ReligionslehrerInnenausbildung wesentlich vom Ausbildungsziel und den damit verbundenen Kompetenzen her definiert wird. Eine solche finale Kausalität zieht eine Reihe von Konsequenzen nach sich: die gegenseitige Durchdringung und Integration von humanwissenschaftlichen, fachwissenschaftlichen, persönlichkeits-orientiert-spirituellen und schulpraktischen Disziplinen; Sensibilität für die spezifisch religionstheoretischen Anteile in den human-wissenschaftlichen Fächern (z.B. Religionspsychologie, Religionssoziologie, Theorien religiöser Erziehung), fachdidaktische Ausrichtung im gesamten theologischen Fächerkanon; persönlich-keitsorientiert-spirituellen Formung nicht nur als punktuelle Akzente, sondern als durchgängige Perspektive.

3.3. PRINZIP GLEICHZEITIGKEIT
Die Ausbildung zum/zur Religionslehrer/in erfolgt unter Berücksichtigung eines permanenten Theorie-Praxiszirkels mit theoriegeleiteten schulpraktischen Übungen und mit praxisbezogenentheoretischen Lehrveranstaltungen. Ebenso soll die humanwissenschaftlich-pädagogische Auseinandersetzung von Beginn an mit der fachwissenschaftlichen Komponente in Verbindung stehen. Ein solches Prinzip der Gleichzeitigkeit ist nicht nur im Hinblick auf einen möglichst ganzheitlich-integralen Lernprozess von Bedeutung, es ist auch unabdingbar, wenn nach der Studien-eingangsphase auch eine nochmalige Prüfung bzw. Abklärung des Berufswunsches und –zieles stattfindet.

3.4. PRINZIP HOMOGENITÄT UND KONTINUITÄT
Die Ausbildung zu LehrerInnenpersönlichkeiten, die in Unterricht und Schule die relevanten religionspädagogischen Schlüsselkompetenzen mitbringen sollen, wird in vielen Bereichen auf Formen prozessualen Lernens in überschaubaren homogenen Seminargruppen angewiesen sein, in denen Entwicklungsverläufe, Wachstums- und Reifungsprozesse über längere Zeiträume hinweg kontinuierlich verfolgt und begleitet werden können. Derartige Erfahrungen können nicht im Klima anonymer Großlehrveranstaltungen gemacht werden, sondern benötigen ausreichend Bedingungen für intensive organische Arbeit in entsprechend strukturierten Gruppen. Den unterschiedlichen Lernerfahrungen und Wissenspotentialen im Vorfeld der Ausbildung ist durch individuell gestaltete Sozialphasen Rechnung zu tragen, sodass eine den Erfordernissen entsprechende und den Bedarf berücksichtigende Begleitung möglich ist.

3.5. PRINZIP BERUFSBEZOGENHEIT
Dieses Prinzip ist bereits in den bisher genannten Punkten inkludiert, vor allem im Prinzip der Fokussierung. Da im Bildungsbereich der LehrerInnen gemäß Hochschulgesetz 2005 der Forschung ein besonderer Stellenwert eingeräumt wird, ist der Berufsfeldbezogenheit religionspädagogischer Forschung Beachtung zu schenken. Neben einem Anteil an allgemeinen Forschungsanliegen (etwa im Bereich Methodologie, aber auch bei Kooperationen in übergeordneten Forschungs-projekten) haben berufsfeldbezogene Spezifika im Forschen angehender Religions-lehrerInnen und deren Professorinnen und Professoren hohe Bedeutung.

3.6. PRINZIP DIFFERENZIERUNG
Schon bisher liegen in der Ausbildung von ReligionslehrerInnen unterschiedliche Modelle von Ausbildungswegen vor. Die Vielfalt von Ausbildungsmöglichkeiten stellt letztlich eine Bereicherung für die verschiedenen beruflichen Biographien dar und ermöglicht unterschiedlichen Interessentengruppen den Zugang zum Studium. Der in Kärnten schon seit Errichtung der Religionspädagogischen Akademie eingeschlagene Weg der Studienform mit Fernlehreanteilen wird weitergeführt und professionalisiert. Eine Weiterentwicklung dieser Ausbildungsform im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kunst genehmigte und seit dem Studienjahr 2003/04 an der RPA Klagenfurt geführte Studienversuch „Distance learning mit Coaching“ im Zusammenhang mit der Modularisierung gemäß Hochschulgesetz 2005 wird vorgenommen. Schon bisher werden die schulpraktischen Studien und die fach- bzw. schulstufendidaktische Lehrveran-staltungen in Präsenzphase durchgeführt. Die Aufteilung bei allen anderen Bereichen und Lehrveranstaltungen ist 50% Präsenzphasen und 25% Teletutoring als Online Präsenzphase und 25% Selbststudium in Fernlehre. Dabei gilt es weiterhin darauf zu achten, dass die face-to-face Begleitung und Lehre überall dort ermöglicht wird, wo die unmittelbare Kommunikation für das Verständnis und Lernen des Lehrstoffes notwendig ist.

3.7. PRINZIP KOOPERATION UND SYNERGIE
Je besser all die genannten Prinzipien erfüllt werden können, umso ergiebiger könnten sich dann auch mögliche Kooperationen, Vernetzungen und Interaktionen mit anderen Bildungseinrichtungen erweisen. Zunächst ist die Identität einer eigenständigen Ausbildungsphilosophie anzustreben, um ein qualitativ hochwertiges Berufsprofil sicherzustellen. Wenn dies gewährleistet ist, können in der Folge auch unterschiedliche Möglichkeiten von Synergien angedacht und im Sinne fruchtbarer Zusammenarbeit genutzt werden.

   
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